HSP STEUER Reiskirchen https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de Ihre Steuerberater aus Reiskirchen Wed, 19 Jun 2019 16:21:38 +0000 de-DE hourly 1 Den­ken Sie aus­führlich über Ihre Wer­be­geschen­ke nach https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/06/19/denken-sie-ausfuehrlich-ueber-ihre-werbegeschenke-nach/ Wed, 19 Jun 2019 16:00:34 +0000

Werbe­ge­schen­ke kön­nen die Kun­den er­freuen. Aber da­für muss der Un­ter­neh­mer die pas­sen­den Ar­ti­kel aus­wäh­len und recht­li­che so­wie steuer­li­che Fra­gen klä­ren. Nur mit der rich­ti­gen Prä­sent-Stra­te­gie kom­men klei­ne Auf­merk­sam­kei­ten gut an.

Text: Frank Wiercks


Wieder ein cooler Trend mit einem klangvollen Namen. „Give-aways werden 2019 zu Hapticals, die das Branding eines Unternehmens oder eines Produkts direkt erfahrbar machen“, meint das Onlinemagazin „foerderland.de“. Gemeint sind aber doch nur die guten alten Werbegeschenke, mit denen Firmenchefs die Beziehung zum Kunden pflegen. Unabhängig vom aufdringlichen Denglisch – ohne Beimischung von englischen Begriffen scheint mancher keine Botschaft mehr zu transportieren – enthält der Beitrag eine wichtige Nachricht. Werbegeschenke werden zunehmend zu verwendbaren, bewussten Produkten aus nachhaltigeren Materialien wie Holz, Textilien oder recycelbarem Plastik. Das setzt einen Trend fort, der schon vergangenes Jahr die Werbeartikelmesse PSI in Düsseldorf prägte. 2018 hatten 90 Prozent der befragten Hersteller und Händler zertifizierte oder nachweislich nachhaltige Produkte im Sortiment. Bei der PSI 2019 wurden gerade die Neuigkeiten im Segment der Werbegeschenke gezeigt. Sie ist nur Fachbesuchern zugänglich – aber Werbeagenturen oder andere PR-Dienstleister beraten ihre Kunden gerne bei Auswahl und Einsatz der passenden Werbegeschenke.

Werbe­ge­schen­ke die­nen zur Pfle­ge der Kun­den­be­ziehung

Beratung sollte jeder annehmen, der sich nicht selbst tief in das Thema einarbeiten will. Werbegeschenke mögen per se einen geringen Stückwert haben. Ihr aufaddierter Wert für die Kundenpflege ist aber kaum zu unterschätzen, wenn Werbepräsente richtig ausgewählt und genutzt werden. Marketingexperten betonen, dass es sechsmal günstiger ist, Stammkunden zu halten, als Neukunden zu finden. Da entfalten durchdachte Werbegeschenke eine große Wirkung. Aber auch zur Neukundengewinnung spielen Werbepräsente eine wichtige Rolle: Gut ausgesucht und eingesetzt, ziehen sie Aufmerksamkeit auf das eigene Angebot und lassen die Konkurrenz weniger sympathisch erscheinen. Das jedoch dürfte nur mit einer durchdachten Geschenkstrategie klappen. Dazu gehört unter anderem die Auswahl der Werbegeschenke, Empfänger oder möglichen Gelegenheiten zur Übergabe. Aber auch die Frage, welche steuerlichen und rechtlichen Aspekte bei diesen kleinen Aufmerksamkeiten zu beachten sind. Das alles ist Grund genug für ein Gespräch mit Experten, um Probleme zu vermeiden.

Steuer­lich kön­nen Wer­be­ge­schen­ke auch Är­ger machen

Anwalt und Steuerberater sollten regelmäßig nach Neuerungen bei dem Thema gefragt werden. Zwar tut sich nicht viel – aber wenn, kann es sich erheblich auswirken. Für Verwirrung sorgte etwa ein Urteil des Bundesfinanzhofs, die vom Schenkenden für den Empfänger übernommene Pauschalsteuer sei zum Wert des Präsents zu addieren. So wäre dessen Wert bei 26,90 Euro gedeckelt gewesen, weil es zuzüglich 30 Prozent Pauschalsteuer den für Werbegeschenke zulässigen Höchstbetrag von 35 Euro überschritten hätte. Ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums erklärte dann, aus Vereinfachungsgründen gelte beim Prüfen der 35-Euro-Grenze nur der reine Betrag der Zuwendung. Auch Dokumentation und Verbuchung der Werbegeschenke sollten Firmenchefs mit dem Steuerberater klären. Das Finanzgericht Baden-Württemberg verwehrte unlängst für Kalender mit Firmenlogo, die als Werbegeschenke dienten, Betriebsausgabenabzug und Vorsteuererstattung. Grund: Sie wurden, wie wohl in vielen Unternehmen, nicht getrennt von den übrigen Betriebsausgaben als Geschenk verbucht, sondern als Werbeaufwand. Entscheiden muss nun der Bundesfinanzhof.

Für Wer­be­ge­schen­ke grei­fen bran­chen­spe­zi­fi­sche Regeln

Auch rechtlich sind Feinheiten zu beachten, die sich nicht immer gleich erschließen – etwa Compliance-Regeln von Betrieben, deren Mitarbeiter beschenkt werden sollen: Zunehmend wird die Annahme von Präsenten verboten, um Bestechung zu verhindern. Dabei helfen ausgefeilte Compliance-Management-Systeme. Zu bedenken sind aber auch Branchenbesonderheiten. Unlängst beschnitt etwa ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart mit Verweis auf das Heilmittelwerbegesetz den Spielraum von Pharmaunternehmen, Werbegeschenke an Ärzte und Apotheker zu verteilen. Eine Firma hatte Produktkoffer im Wert von 27,47 Euro mit Arzneimitteln gegen Erkältungsbeschwerden an Apotheker verschenkt. Die Richter meinten, bei einer kostenlosen Leistung sei oft zu erwarten, dass sich der Empfänger erkenntlich zeigt. Vom verschenkten Arzneimittelkoffer gehe die abstrakte Gefahr der unsachlichen Beeinflussung aus. Zwar seien Zuwendungen von Kleinigkeiten mit geringem Wert ausnahmsweise zulässig. Doch der Wert müsse sich an einer Grenze orientieren, die der Bundesgerichtshof in einem anderen Fall bei einem Euro gesehen habe.

Also: Werbegeschenke ja, aber nur mit Plan und Beratung.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


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Wissen Sie, ob das Ver­pa­ckungs­ge­setz Sie betrifft? https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/06/12/wissen-sie-ob-das-verpackungsgesetz-sie-betrifft/ Wed, 12 Jun 2019 17:00:04 +0000

Viele Unternehmer brau­chen laut Ver­packungs­ge­setz ab 2019 ei­nen Dienst­leis­ter für Samm­lung und Re­cyc­ling ih­rer Ver­packun­gen. Je­der Fir­men­chef soll­te da­her drin­gend klä­ren, ob oder was er künf­tig der Stif­tung Zen­tra­le Stel­le Ver­packungs­re­gis­ter mel­den muss.

Text: Frank Wiercks


Mit zahlreichen Neuerungen hat der Gesetzgeber in den vergangenen Monaten die Firmenchefs auf Trab gehalten. Manche der Vorgaben sind für alle verbindlich, so die am 25. Mai in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Andere treffen nur einige Unternehmen. Das seit Anfang Dezember geltende Verbot von Geoblocking für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) etwa ist nur etwas für Betreiber von Onlineshops. Gleiches gilt für das Moss-Verfahren zur vereinfachten Abführung der Umsatzsteuer bei grenzüberschreitenden Geschäften in der EU, das Anfang Januar gestartet ist. Geschäftspartner der öffentlichen Hand wiederum erhalten Aufträge spätestens seit Oktober nur noch über ein elektronisches Vergabeverfahren. Ausschreibungen auf Papier sind in dem Wirtschaftsbereich seither Geschichte. Und jeder, der verpackte Produkte in Umlauf bringt oder Service- beziehungsweise Transportverpackungen zur Auslieferung nutzt, muss das ab 2019 geltende neue Verpackungsgesetz beachten, das die alte Verpackungsverordnung ablöst. Es soll die Recyclingquoten bei den diversen Verpackungsmaterialien deutlich erhöhen.

Das Verpackungs­ge­setz er­fasst al­le Ar­ten von Verpackung

Wer vom Verpackungsgesetz – offiziell „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen“ (VerpackG) – betroffen ist und was das für seinen Betrieb bedeutet, war hier schon ausführlich zu lesen. So mancher Unternehmer scheint das aber noch nicht richtig verstanden zu haben, offenbar ist weitere Aufklärung nötig. Wie viele Firmen das Verpackungsgesetz erfasst, zeigt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in einer eindrucksvollen Aufzählung anhand von Praxisbeispielen. Denn Unternehmer können an verschiedenen Stellen der Vertriebskette mit unterschiedlichen Arten von Verpackungen in Kontakt kommen. Sie sollten daher dringend mit einem Experten klären, ob sie die in ihrem Betrieb genutzten Produkt-, Transport- und Serviceverpackungen selbst beim Dualen System anmelden beziehungsweise bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren lassen müssen – oder ob für sie Ausnahmeregelungen gelten.

Verstoß gegen Ver­packungs­ge­setz pro­vo­ziert Ver­triebs­verbot

Die Probleme beim Verpackungsgesetz: Erstens ist vielen nicht klar, dass es sie betrifft. Bei der DSGVO hat zwar mancher über den Aufwand geschimpft, aber zumindest stand fest, dass Datenschutz alle angeht. Zweitens drohen beim Verpackungsgesetz bei Nichtbeachtung rasch Sanktionen. Denn die DSGVO fordert umfassenden Datenschutz. Aber kleine Betriebe dürften so bald nicht von Prüfern des Landesamts für Datenschutz inspiziert werden. Ärger droht erst nach einer Datenpanne. Verstöße gegen das Verpackungsgesetz dagegen fliegen schnell auf. Wer vom VerpackG betroffen ist, muss sich registrieren lassen. Konkurrenten können das Register einsehen und jeden anschwärzen, der nicht registrierte Verpackungen in Umlauf bringt. Dann wird es teuer: „Bei festgestellten Verstößen gegen die Meldepflichten sind Bußgelder zwischen 10.000 und 200.000 Euro bis hin zum Beschluss von Vertriebsverboten möglich.“ Vertriebsverbote sind existenzgefährdend. Daher sollte jeder Händler, Handwerker, Hersteller oder Gastronom mit dem Anwalt klären, ob ihn das VerpackG betrifft.


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DER MONAT 06.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/06/01/der-monat-06-2019-ist-online/ Sat, 01 Jun 2019 16:00:18 +0000

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So vermeiden Unternehmer hohe Steuernachzahlungen https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/05/20/so-vermeiden-unternehmer-hohe-steuernachzahlungen/ Mon, 20 May 2019 16:00:50 +0000

Nutzen Selbstständige ein Arbeitszimmer im Eigenheim nur beruflich, gilt es als Betriebsvermögen. Bei Verkauf oder Betriebsaufgabe drohen hohe Steuern auf die Entnahme, falls die Immobilie an Wert zugelegt hat.

Text: Midia Nuri


Betrieblich genutzte Räume in Privatwohnungen haben es steuerlich betrachtet in sich. Oft kommt es wegen Arbeitszimmer & Co. zum Streit mit dem Fiskus. Jahre hat es gedauert, bis klar war: Anteilige Nutzung und damit der Abzug von Betriebsausgaben für ein nur teilweise betrieblich genutztes Arbeitszimmer sind nicht drin. Dafür dürfen auch Selbstständige mit eigenen Betriebsräumen die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich geltend machen. Kürzlich ging abermals eine Auseinandersetzung vor dem Finanzgericht Köln gut für den Steuerzahler aus. Zwar betraf der Fall eine Arbeitnehmerin und auch nur die Frage möglicher Spekulationserträge – also als Einkünfte aus Kapitalvermögen. Unternehmer mit Arbeitszimmer in ihrem Eigenheim sollten das Urteil aber als willkommene Erinnerung aufnehmen, mal ihren Steuerberater auf die Angelegenheit anzusprechen. Denn steuerlich gibt es für sie hier zusätzlich einige böse Fallen zu umrunden – wenn auch nicht die Kapitalertragsteuer.

Spekulations­gewinne fallen in der Regel nicht an

Erst die gute Nachricht – für Arbeitnehmer wie Selbstständige: Zumindest Steuern auf Kapitalerträge fallen beim Verkauf einer selbst bewohnten Eigentumswohnung nicht an, selbst wenn für das Arbeitszimmer in den Vorjahren Werbungskosten in Höhe von 1.250 Euro angesetzt worden waren und das Eigenheim innerhalb der zehnjährigen Spekulationsfrist veräußert wird. Dieses Urteil fällten die Kölner Finanzrichter. Das häusliche Arbeitszimmer sei in den privaten Wohnbereich integriert und kein selbstständiges Wirtschaftsgut, befanden die Richter. Außerdem stehe eine Besteuerung „auch im Wertungswiderspruch zum generellen Abzugsverbot von Kosten für häusliche Arbeitszimmer in § 4 Abs. 5 Nr. 6b Satz 1“. Übrigens ist die von den Kölner Finanzrichtern nun festgelegte Vorgabe nicht neu, aber offenbar wenig bekannt. Sie steht in Textziffer 39 eines BMF-Schreibens aus dem Jahr 2000.

Massive Belastungen drohen durch Einkommensteuer

Nun die schlechte Nachricht für alle Selbstständigen mit betrieblich genutzten Räumen im Eigenheim: Für sie liegt in der Einkommensteuer eine Kostenfalle, die meist völlig unerwartet zuschnappt. Machen Selbstständige nämlich Betriebsausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer, einen Lager- oder Archivraum oder sonstige Geschäftsräume im Eigenheim geltend, müssen sie bedenken, dass solche Räume durch die ausschließlich betriebliche Nutzung automatisch zum Betriebsvermögen werden. Auch wenn also steuerlich über Jahre hinweg alles glatt geht, das Finanzamt die Abzüge durchwinkt und Unternehmer sich über eine hübsche Steuerersparnis freuen: Wird die selbstständige Tätigkeit eingestellt oder das Eigenheim verkauft, besteuert der Fiskus den Wertzuwachs der betrieblich genutzten Räumlichkeiten zum vollen Einkommensteuersatz.

Beim Immobilienverkauf macht der Betrieb einen Gewinn

Dem Finanzamt dürfte diese Einnahmequelle kaum entgehen. Berücksichtigt ein Selbstständiger in seiner steuerlichen Gewinnermittlung eine Abschreibung für betriebliche Räume in seinem privaten Eigenheim als Betriebsausgaben, ist der Fiskus spätestens damit über möglicherweise dem Betriebsvermögen zuzurechnende Räumlichkeiten informiert. Die entsprechende Zuordnung passiert automatisch bei Aufgabe oder Veräußerung des Betriebs oder wenn Unternehmer ihre Immobilie verkaufen – zumeist völlig überraschend. Gerade in Zeiten wachsender Immobilien- und Grundstückspreise steigt die Gefahr für solche teuren Überraschungen sogar noch.

In Boomregionen sind Arbeitszimmer steuerlich Sprengstoff

Ein betrieblich genutzter Raum im Haushalt des Selbstständigen zählt nur dann nicht zum Betriebsvermögen, wenn der Marktwert der betrieblich genutzten Fläche maximal 20 Prozent des Gesamtwerts der Immobilie ausmacht und höchstens 20.500 Euro beträgt. Das Problem: Beim Ermitteln des Höchstwerts von 20.500 Euro gilt nicht nur der auf die betrieblichen Räume entfallende Wert für das Gebäude, sondern auch der anteilige Wert am Grund und Boden (§ 8 EStDV). Der zur Besteuerung angesetzte betriebliche Gewinn errechnet sich also auch aus dem Wertzuwachs der Immobilie. Der mag zwar nicht exorbitant sein, ist aber vielerorts über die Jahre und Jahrzehnte hinweg üppig. Wer mehr als 20 Prozent Wohnfläche betrieblich nutzt und dazu noch in einer Boomregion wie München, Hamburg oder Berlin wohnt, für den wird die Besteuerung des Wertzuwachses auf einen Schlag schmerzhaft teuer. Und nicht nur Boomregionen sind riskant. Da dem Finanzamt die reale Jahresrendite nach Inflation total egal ist, wird es mit der Zeit auch in wirtschaftlich weniger explosiven Standorten wie Würzburg, Nürnberg oder Leipzig steuerlich teuer. Der Wertzuwachs erhöht dann die stillen Reserven des Unternehmens – mit etwas Pech oder je nach Sichtweise auch Glück um einige Zigtausend Euro.

Mit dem Steuerberater verschiedene Szenarien durchgehen

Unternehmer mit Arbeitszimmer im Eigenheim sollten deshalb mit dem Steuerberater verschiedene Szenarien durchspielen beziehungsweise um sinnvolle Gestaltungstipps bitten – und spätestens vor dem Verkauf des Eigenheims oder der Betriebsaufgabe mögliche Auswege aus der Steuerfalle suchen. Mit etwas Vorlauf lässt sich selbst bei ungünstiger Gestaltung steuerlich oft noch etwas retten. So lässt sich die Zuordnung zum notwendigen Betriebsvermögen aufheben, indem Unternehmer ihr Arbeitszimmer gezielt privat mit nutzen. Private Mitnutzung schließt den Betriebsausgabenansatz als Arbeitszimmer aus, urteilte der Bundesfinanzhof vor ein paar Jahren. Unternehmer sollten ihren Steuerberater fragen – der Verlust des Steuervorteils könnte sich mit Blick auf die Versteuerung eines hohen Wertzuwachses lohnen.

Vielleicht ist es sinnvoller, kein Arbeitszimmer anzusetzen

Ist nur ein Ehegatte Eigentümer der privaten Räume, sollte der Verweis auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs helfen. Im Fall eines Ehepaares, das je 50 Prozent des Eigenheims besaß, legten die obersten Finanzrichter fest, dass die Entnahme betrieblich genutzter Räume den Gewinn des „Unternehmerehegatten“ nur entsprechend seinem Miteigentumsanteil erhöht – also um bis zu 50 Prozent der Wertsteigerung. Den Miteigentumsanteil des Ehegatten wertete der BFH nicht als Betriebsvermögen. Das gilt selbst dann, wenn der Selbstständige zuvor sämtliche Aufwendungen als Betriebsausgaben angesetzt hatte, so die Richter. Ganz generell hilft steuerlich eben immer: gute Planung.


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Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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Mit guter Strategieplanung auf die Erfolgsspur https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/05/12/mit-guter-strategieplanung-auf-die-erfolgsspur/ Sun, 12 May 2019 11:57:53 +0000

Strategieplanung und Sze­na­rio­ma­na­ge­ment sind auch für klei­ne Un­ter­neh­men wich­tig. Nur wer sich da­mit be­schäf­tigt, fin­det Ant­wor­ten auf neue Her­aus­for­derungen. Da­bei hel­fen ei­ne SWOT-Ana­ly­se, die auf­merk­sa­me Lek­tü­re vor­han­de­ner Stu­dien so­wie das Mit­wir­ken in Bran­chen­clustern.

Text: Frank Wiercks


Trump, Brexit, Digitalisierung – viele deutsche Unternehmen müssen derzeit einiges aushalten, Konzerne ebenso wie Mittelständler und Kleinbetriebe. Ein überraschend ins Amt gewählter US-Präsident sorgt mit erratischen Entscheidungen und Twitter-Kommentaren für wirtschaftliche Unsicherheit. Eine Volksabstimmung in einem EU-Mitgliedsstaat führt zu einer punktuellen politischen Lähmung der Europäischen Union. Eine technologische Revolution könnte solide Branchenführer in kürzester Zeit an den Rand einer Existenzkrise bringen. Und mittendrin kleine Unternehmen, die nach ihrem individuellen Weg zu mehr Planbarkeit und Stabilität suchen müssen, während um sie herum zunehmend Unsicherheit herrscht. Wann, wenn nicht jetzt, wäre der richtige Zeitpunkt, um neben dem sicher wichtigen operativen Geschäft auch Szenariomanagement und Strategieplanung ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen?

Strategie­pla­nung und Sze­na­rio­ma­na­ge­ment sind wichtig

Szenariomanagement und Strategieplanung sind nicht nur Themen für Großunternehmen. Kein Kleinbetrieb ließe sich allein mit Blick auf das Monatsende führen, weil da Rechnungen fällig sind. De facto tut der Firmenchef das auch nicht. Er kümmert sich um seine Finanzplanung, oft in enger Zusammenarbeit mit dem Steuerberater. Dabei geht es um Investitionen, Kredite, Eigenkapital, Liquidität oder Rentabilität. Er plant mit Blick auf anvisierte Umsätze die Marketing- und Vertriebsaktivitäten. Er bezieht in seine Überlegungen ein, welches Personal er künftig braucht und welche Dienstleister ihm weiterhelfen könnten. Dafür lässt er Verträge vom Anwalt aufsetzen. Auch in kleinen Unternehmen gibt es also sehr wohl Planung. Sinnvoll wäre es, sie zu ergänzen um das, was bei den Großen als Strategieplanung und Szenariomanagement bezeichnet wird: Die strukturierte Beschäftigung mit der Frage, was die Zukunft bringen mag und wie das Unternehmen sich mittel- oder langfristig aufstellen sollte, um nicht unter die Räder absehbarer Veränderungen zu geraten.

Mit Stra­te­gie­pla­nung bes­ser auf Chaos-Brexit reagieren

Zugegeben: Bei Trump hätten Szenariomanagement und Strategieplanung wenig geholfen. Kaum vorstellbarer Wahlsieg plus ominöses politisches Programm, wie soll man sich darauf vorbereiten. Jetzt aber muss man sehen, dass Trump 2020 vier weitere Jahre bekommen könnte. Also sollten sich Unternehmer fragen, wie sich ihre Branche in Deutschland wie international verändert, falls etwa Autokonzerne im Einkauf der Maxime „America First“ folgen, um im US-Geschäft zu bleiben. Das wirkt sich über Zulieferer zu kleinen Herstellern aus und zu Dienstleistern aus anderen Branchen. Reinigungsaufträge etwa könnten wegfallen, wenn deutsche Werke weniger produzieren. Keinesfalls dürfen Unternehmer absehbare Veränderungen wie den Brexit ignorieren. Viele Firmenchefs fürchten den ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens, scheinen aber unvorbereitet. Als wäre ein Chaos-Brexit unvorstellbar gewesen. Tatsächlich haben Konzerne nach dem Referendum sofort Brexit-Klauseln vereinbart, um leichter aus Verträgen zu kommen, falls der Brexit ein Geschäft uninteressant macht. Das hätte in Absprache mit seinem Anwalt jeder Unternehmer versuchen können.

Infos aus vie­len Quel­len er­leich­tern die Str­ate­gie­planung

Noch wirkungsvoller wären Szenariomanagement und Strategieplanung bei grundlegenden technologischen Veränderungen wie der Digitalisierung. Auch und gerade für kleine und mittelgroße Betriebe, wie interessante Beispiele zeigen. Erster Schritt in diese Richtung könnte sein, sich einen soliden Überblick über die generelle Richtung der Veränderungen zu verschaffen, etwa mit Branchenreports von Beratern, Branchenverbänden, Forschungseinrichtungen oder in diesem Feld aktiven Konzernen. So gibt es etwa die Studie „Der digitale Status quo des Handwerks“. Es gibt den Leitfaden „Social Media für kleine und mittlere B2B-Unternehmen“. Es gibt eine Strategie der Bundesregierung zur Förderung von Entwicklung und Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI). Und es gibt branchenspezifische Cluster, in denen die Zukunft eines Wirtschaftsbereichs simuliert wird. Diese und viele weitere Informationsquellen können Unternehmer nutzen, um sich ein Bild über mögliche Entwicklungen zu machen – und daraus eine Strategie zur Positionierung des eigenen Unternehmens ableiten.

SWOT-Analyse ist ein gu­ter Ein­stieg in die Stra­te­gie­planung

Natürlich müssen kleine Unternehmen dieses Thema so angehen, dass die Zukunft zielgerichtet und entsprechend ihrer Positionierung im Markt simuliert und geplant wird. Das erfordert die richtigen Techniken und oft auch die Hilfe externer Spezialisten. Immer sinnvoll ist eine sogenannte SWOT-Analyse. Sie arbeitet Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken heraus, auf Neudeutsch Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats. Dazu dienen in der Regel Workshops mit Fachleuten, die so eine Veranstaltung moderieren und helfen, über den Tellerrand zu schauen. Die Erkenntnisse aus solchen Workshops zur möglichen Marktentwicklung liefern neue Einsichten und erleichtern das Formulieren einer tragfähigen Unternehmensstrategie. Weitere offene Diskussionen für einzelne Themenbereiche können dann helfen, Projekte in jenen Feldern zu starten, wo künftig strategischer agiert werden soll, etwa im Marketing.

Kleine Un­ter­neh­men fan­gen Im­pul­se von Kon­zer­nen auf

Natürlich ist Szenariomanagement und Strategieplanung eine Frage der Ressourcen. Große Unternehmen tun sich damit leichter, sie können weiter in die Zukunft blicken und ausgefeiltere Strategien entwerfen. Das macht sie bei ausgewählten Themen zum wertvollen Inputgeber für kleinere Betriebe. Die DATEV geht in der Konzeptstudie „#EXPEDITIONZUKUNFT“ etwa der Frage nach, wie Veränderungen in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Technologie die Steuerberatung beeinflussen könnten. Wer sich schon heute damit beschäftigt, was mögliche Entwicklungen bei Plattformen, Ökosystemen, Automatisierung oder Datensicherheit in diesem Bereich für Unternehmen bedeuten könnten, wird nicht von der Zukunft überrascht. Zu wichtigen Themen Impulse von großen Vorreitern und Trendsettern aufzunehmen und so die eigene Zukunftsplanung auf eine sichere Basis zu stellen – das dürfte für kleine Unternehmen eine gute strategische Entscheidung sein.


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Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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DER MONAT 05.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/05/02/der-monat-05-2019-ist-online/ Thu, 02 May 2019 16:00:40 +0000

DER MONAT ist der monatliche Newsdienst der HSP GRUPPE. Nach Veröffentlichung der Druckausgabe können Sie die aktuelle Ausgabe auch auf unserer Website online lesen.

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So hel­fen steuer­freie Ex­tras bei der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/04/18/so-helfen-steuerfreie-extras-bei-der-mitarbeitermotivation/ Thu, 18 Apr 2019 11:24:01 +0000

Mehr Lohn oder Ge­halt trägt viel zur Mit­ar­bei­ter­mo­tivation bei. Ärgerlich nur, dass net­to vom fi­nan­ziel­len Zu­wachs so wenig hängen bleibt. Eine Lö­sung da­für sind steu­er­freie Sachbezüge.

Text: Midia Nuri


Übersicht: Auswahl lohnsteuer- und sozialabgabenfreier Sachzuwendungen

Zuwendung Voraussetzung
Arbeitskleidung Es muss sich um typische Berufsbekleidung
handeln, wie z. B. Uniform, Kittel etc.
Aufmerksamkeiten aus persönlichem
Anlass
Der Wert darf pro Mitarbeiter 60 € nicht
übersteigen und es dürfen keine Geldleistungen
sein.
Auslagenersatz
Darlehen des Arbeitsgebers an Mitarbeiter marktübliche Verzinsung
Fortbildungsveranstaltungen betriebliche Fortbildung
Getränke, die Mitarbeiter bei der Arbeit
kostenfrei erhalten
Kindergartenplatz im Betriebskindergarten
oder Zuschuss zu den Kosten
Eine finanzielle Zuwendung wird zusätzlich
zum Arbeitsentgelt gezahlt, das Kind darf
noch nicht schulpflichtig sein.
betrieblicher PC in der Wohnung des Mitarbeiters
auch zur Privatnutzung
Personalrabatt Der Wert des Vorteils beträgt pro Mitarbeiter
und Jahr nicht mehr als 1.080 €.

Der Jahreswechsel ist für viele die richtige Zeit für eine Bilanz. Das gilt nicht nur für Unternehmer und nicht bloß steuerlich. Auch die Mitarbeiter denken darüber nach, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind – und dem gezahlten Entgelt. Unternehmer, die zum Jahresende keine Gelegenheit mehr für ein Mitarbeitergespräch hatten, sitzen in diesen Wochen vielleicht vermehrt Mitarbeitern gegenüber, um eine aus deren Sicht längst fällige Gehaltserhöhung zu besprechen. Das Problem: Die Belastung mit Steuern und Sozialabgaben frisst einiges von der Erhöhung auf. Interessant sind deshalb für beide Seiten steuer- und sozialabgabenfreie Gehaltsbestandteile – Naturalien also, sogenannte Sachbezüge. Was Unternehmer ihren Mitarbeitern steuer- und abgabenfrei dazutun, müssen sie aber zusätzlich zum Gehalt und zu anderen vereinbarten Leistun­gen zahlen. So dürfen Arbeitgeber beispielsweise nicht statt des vereinbarten Urlaubsgelds Einkaufsgutscheine ausgeben. Trotzdem lohnen sich Gehaltsextras für beide: Die Chance auf mehr Mitarbeitermotivation ist hoch – und mit einem Sachbezug günstiger erkauft als mit einer Gehaltserhöhung.

Geld ist bei der Mit­ar­bei­ter­mo­tivation die halbe Miete

Die gute Nachricht vor allem für die Inhaber kleinerer Unternehmen gleich zuerst: Es kommt offenbar gar nicht so entscheidend darauf an, den Mitarbeitern mehr zahlen zu können als die Konkurrenz. Für die Mitarbeitermotivation kann es sogar kontraproduktiv sein, wenn Angestellte quasi mit goldenen Handschellen ans Unternehmen gebunden sind. Wer mehr zahlt als in der Branche üblich, bei dem bleiben unzufriedene Mitarbeiter womöglich nur, weil sie sich bei den Alternativen auf dem Arbeitsmarkt finanziell einschränken müssten. Das ergab eine Studie der US-Personalberatung Aon Hewitt. Für die Mitarbeiterzufriedenheit zählt vor allem, dass es bei der Arbeit noch etwas zu lernen und zu entwickeln gibt, dass im Unternehmen Klarheit herrscht, wohin es konkret gehen soll und was dafür vom Mitarbeiter verlangt wird. Die Tätigkeit sollte Mitarbeitern einen Sinn vermitteln, und auch eine gewisse Work-Life-Balance gehört für ein gesundes Paket Mitarbeitermotivation dazu, stellt die Zeitschrift impulse fest.

Benefits für mehr Mit­ar­bei­ter­mo­tivation

Geld ist also nicht alles, hat aber auch für die Mitarbeitermotivation seinen Wert. Lohn und Gehalt müssen auskömmlich sein. Gewisse Extras sind da durchaus gern gesehen bei Jobsuchenden, das ergab eine Umfrage des Arbeitgebersuchportals kununu. Aus Sicht der anonym befragten Jobsuchenden hatten Benefits wie flexible Arbeitszeiten mit 51 Prozent den größten Reiz, gefolgt von der Möglichkeit, auch im Home-Office tätig zu sein (33 Prozent) sowie der Möglichkeit, den Hund mit ins Büro nehmen zu dürfen (26 Prozent). Auch Sachbezüge stehen der Umfrage zufolge hoch im Kurs. Im Gespräch mit ihren Mitarbeitern sollten sich Unternehmer die diversen Möglichkeiten also ruhig mal genau anschauen. Die sind höchst vielfältig und bieten für so ziemlich jeden Bedarf und jede Vorliebe etwas.

Mehr net­to, mehr Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit: eine leichte Übung

Zunächst muss Unternehmern klar sein, was kein Extra ist, sondern als reguläres Arbeitsentgelt gilt – und damit zusätzlich gewährt steuer- und abgabenpflichtig wäre: nämlich alle Einnahmen des Mitarbeiters aus der Beschäftigung. Wie Arbeitgeber die Vergütung bezeichnen – ob als Entgelt, Lohn, Prämie, Bonus oder auch Gratifikation – ist dabei völlig unerheblich. Auf all diese letztlich finanziellen Leistungen muss der Arbeitgeber für den Mitarbeiter Steuern sowie Kranken-, Pflege-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherungsbeiträge abführen. Ebenso wenig ist für den Fiskus die Frage interessant, ob der Unternehmer den Lohn bar auszahlt oder überweist. Die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) regelt die Details. Kompliziert bleibt es trotz zunehmender Vereinheitlichung und diverser Vereinfachungen. So müssen Unternehmer zum Beispiel eigentlich steuerfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit in der Unfallversicherung in jedem Fall als beitragspflichtiges Arbeitsentgelt berücksichtigen. Es gibt einiges zu besprechen mit dem Steuerberater.

Extras bedeuten für Mitarbeitermotivation mehr als Geld allein

Das Problem beim Wunsch nach mehr Gehalt auf dem Mitarbeiterkonto: Ein simples Plus beim Bruttogehalt oder Lohn bringt Mitarbeitern oft deutlich weniger ein als erhofft. Nicht selten ist die Enttäuschung nach der ersten neuen Lohnabrechnung groß – und die Mitarbeitermotivation am Boden. Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fressen gerade für etwas besser verdienende Mitarbeiter rasch mehr als die Hälfte vom Bruttolohnzuwachs auf.

Sach­zu­wen­dungen zäh­len voll für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Der Kniff bei den steuer- und abgabenfreien Sachzuwendungen zum Gehalt ist der: Bis zur jeweiligen Freigrenze wertet der Gesetzgeber sie quasi als Geschenk an den Mitarbeiter – und legt noch Steuer- und Abgabenfreiheit obendrauf. Der Fiskus macht dabei einen Unterschied zwischen sogenannten Sachbezügen und Aufmerksamkeiten aus besonderem Anlass.

  • Sachbezüge sind Zuwendungen ohne besonderen Anlass. Steuer- und sozialversicherungsfrei bleiben sie, wenn sie monatlich die jeweilige Freigrenze – und vereinzelt auch den Freibetrag – nicht überschreiten. Auch Gutscheine sind möglich. Was Unternehmer ihren Mitarbeitern gewähren können, hängt allein von deren Bedarf und auch Vorliebe ab.
  • Aufmerksamkeiten kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern aus besonderem Anlass gewähren, wie etwa zum Geburtstag, zur Hochzeit oder auch zur Geburt eines Kindes. Solche Aufmerksamkeiten bleiben bis zu 60 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei. Fällt das Geschenk üppiger aus, kann der Arbeitgeber auch eine pauschale Lohnsteuer für den Mitarbeiter übernehmen. Damit ist die Abgabepflicht des Arbeitnehmers abgegolten. Hierzu weiß der Steuerberater Genaueres.

Vorsicht Frei­grenze – nur bis hier­hin reicht die Steuer­freiheit

Mit Blick auf die bei den Sachzuwendungen geltenden Freigrenzen müssen Unternehmer aufpassen. Übersteigt der Sachbezug den jeweils geltenden Wert, wird gleich der gesamte Betrag steuer- und abgabenpflichtig. Der gesamte Vorteil wäre damit futsch. Für die meisten Sachbezüge liegt die Freigrenze bei 44 Euro monatlich. Beim Freibetrag ist es dagegen nicht ganz so schlimm, wenn die Summe etwas höher ausfällt – dann würde nur der Mehrbetrag steuerpflichtig. Das gilt seit Kurzem beispielsweise für Mobilitätskosten wie etwa ein Jobticket und bei Betriebsfeiern für die Ausgaben pro Mitarbeiter – bis 110 Euro sind hier seit einiger Zeit über einen Freibetrag statt der vorherigen Freigrenze steuerfrei. Der Steuerberater verhilft hier zum Durchblick.­

Die Qual der Wahl für mehr Mit­ar­bei­ter­motivation

Zahlreiche gesetzlich mögliche Extras zum Gehalt sind für den Mitarbeiter lohnsteuer- und sozialabgabenfrei. Auch das Unternehmen zahlt für das Extra keine Arbeitgeberanteile an die Sozialversicherungsträger. Das gleiche Nettoergebnis für den Mitarbeiter kostet Unternehmer also weniger Geld. Als Klassiker unter den Sachbezügen gilt das Firmenfahrzeug. Es ist hierzulande sehr beliebt. Ebenfalls gut geeignet und beliebt sind als Gehaltsextra auch Smartphone, Tablet oder iPod.

Hilfe bei der Mobilität treibt die Mitarbeitermotivation an

Nicht zu vergessen Tankgutscheine. Die stehen bei den immer wieder langzeithohen Benzinpreisen ebenfalls hoch im Kurs. Auch für sie gilt – wie für zahlreiche andere Sachbezüge – als steuer- und abgabenfreie Obergrenze die Freigrenze von 44 Euro monatlich. Unternehmer schließen ein Nachzahlungsrisiko aus, wenn auf dem Gutschein steht „Treibstoff im Wert von bis zu 44 Euro“. So brauchen sie auch keine Treibstoffpreise zu beobachten und zu dokumentieren.

Auch den Pend­lern hilft Mit­arbei­ter­mo­ti­va­tion auf ihrem Weg

Auch den Pendlern können Unternehmer Zuschüsse zur An- und Abfahrt sowie auch zur Verpflegung gewähren – und das seit Beginn 2019 an steuerfrei. Das gilt für den Zuschuss oder die Übernahme von Kosten für

  • die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (etwa Forstgebiet) oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt (etwa Busdepot oder Fährhafen),
  • ein Jobticket
  • sowie auch für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr.

Seit Jahresbeginn 2019 fallen diese geldwerten Vorteile nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44 Euro – werden dafür aber auf die Entfernungspauschale angerechnet.

Für Monteure oder Außendienstler noch interessant: Der Sachbezugswert für Unterkunft/Miete beträgt seit dem 1. Januar 2019 neu 231 Euro pro Monat. Das entspricht 7,70 Euro pro Tag, den der Arbeitgeber steuerlich als geldwerten Vorteil für einen Zuschuss ansetzen muss.

Kinder gut versorgt – Spaß mit der Mitarbeitermotivation

Tragen Unternehmer für ihre Mitarbeiter die Beiträge für eine Kindertagesstätte sowie auch für Krippenbetreuung oder eine Tagesmutter, fallen auf diesen Betrag keine Steuern und Sozialabgaben an – wie sonst auch natürlich nur, sofern sie die Summe zusätzlich zum Lohn oder Gehalt bezahlen. Worauf Unternehmer dabei achten müssen und welche Betreuungskosten das Finanzamt hierbei akzeptiert, weiß der Steuerberater. Auch für schulpflichtige Kinder bis 14 Jahre lohnt es sich, ihn mal anzusprechen. Auch für deren Betreuung kann der Arbeitgeber Kosten bis 600 Euro jährlich steuerfrei übernehmen, etwa für einen Babysitter bei ferienbedingten Engpässen.

Hilfe gegen Zip­per­lein stei­gert die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion

Unternehmer können ihren Mitarbeitern bis zu 500 Euro pro Jahr und Mitarbeiter lohnsteuer- und abgabenfrei für Gesundheitsausgaben auf Lohn oder Gehalt obendrauf geben – etwa als Zuschuss zu einer neuen Brille, den Kurs für Rücken- oder Sehschule, einen Nichtraucherkurs oder sonstige nach §§ 20 und 20a des Fünften Buchs Sozialgesetzbuch (SGB V) als Präventionskurse anerkannte Angebote, wie etwa auch Qigong oder Yoga. Achtung: Für Kurkosten gilt die Steuerbegünstigung nicht – dieser Zuschuss wäre steuer- und abgabenpflichtig. Unternehmer sollten wegen der diversen Ausnahme- und Sonderregelungen ihre mit den Mitarbeitern getroffenen Vereinbarungen noch mal mit dem Steuerberater durchsprechen.

Un­terstüt­zung im Not­fall hilft auch der Mit­ar­bei­ter­mo­tivation

Gut zu wissen: Unternehmer dürfen Ihren Mitarbeitern bis zu 600 Euro im Kalenderjahr steuer- und sozialabgabenfrei als Unterstützung im Notfall zahlen. Voraussetzung für diese steuer- und abgabenfreie Unterstützung ist, dass es dafür eine konkrete Rechtfertigung gibt, wie etwa ein Krankheits-, Unglücks- oder Todesfall in der Familie, wenn der Mitarbeiter Opfer eines Vermögensverlustes etwa aufgrund von Diebstahl, Feuer oder Unwetter geworden ist, aufgrund einer Bürgschaft in Anspruch genommen wurde oder durch Probleme naher Angehöriger wirtschaftlich belastet ist. Hiernach sollten Unternehmer im Fall der Fälle ihren Steuerberater fragen.

Er­ho­lungs­bei­hil­fen geben Raum für Mit­ar­bei­ter­motivation

Ebenfalls wissenswert in diesem Zusammenhang: Erholungsbeihilfen sind lohnsteuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei. Das spart unter dem Strich also auch einiges. Schön für Gutverdiener: Die Erholungsbeihilfen werden pauschal mit 25 Prozent besteuert. Sie dürfen allerdings 156 Euro pro Mitarbeiter, 104 Euro für den Ehegatten und 52 Euro pro Kind nicht übersteigen.

Zuschüsse heben die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­tion nach Umzug

Unternehmer, die zu Jahresbeginn neue Mitarbeiter eingestellt haben, die für den neuen Job umziehen, können hierfür ebenfalls einige Kosten steuer- und abgabenfrei erstatten. Unternehmer sollten mit ihrem Steuerberater darüber sprechen, worauf sie achten müssen, um das Risiko für eine Nachzahlung zu senken, falls das Finanzamt einen beruflich bedingten Umzug des Mitarbeiters nicht anerkennt. Der Steuerberater hilft, das Risiko wirksam, transparent und rechtssicher auf den Mitarbeiter zu verlagern. Das dürfte die zusätzliche Motivation kaum mindern.

Diese Kosten kön­nen Un­ter­neh­mer für einen Umzug erstat­ten:

  • Beförderungsauslagen: Unternehmer können für Mitarbeiter notwendige Auslagen für den Transport der Möbel von der bisherigen zur neuen Wohnung übernehmen, wie zum Beispiel Speditionskosten und auch nachgewiesene Kosten für private Helfer.
  • Reisekosten: Auch die beim Umzug selbst entstandenen Reisekosten für den Mitarbeiter und seine Familie können Sie erstatten. Dazu gehören:Fahrtkosten, Mehraufwendungen für Verpflegung in Höhe der gesetzlichen Pauschbeträge, Übernachtungskosten.
  • Zusätzlich sind 2 Reisen einer Person oder eine Reise von 2 Personen zum Suchen/Besichtigen einer Wohnung erstattungsfähig (maximal 2 Reisen und 2 Aufenthaltstage).
  • Mietentschädigung: Hat der neue Mitarbeiter eine Wohnung oder ein Haus mit langen Kündigungsfristen angemietet, können Unternehmer ihm bis zu 6 Monate Miete für die alte Wohnung erstatten. Die Miete für die neue Wohnung können Sie ihm für maximal 3 Monate erstatten.
  • Sonstige Auslagen: Auch bei den zahllosen weiteren Kosten, die rund um einen Umzug anfallen, können Unternehmer ihren Mitarbeitern unter die Arme greifen, beispielsweise für Schönheitsreparaturen, den umzugsbedingten Abbau von Herd, Öfen, Lampen, Küche, Antennen etc.

Bei den Maklergebühren ist Vorsicht angebracht: Fallen sie für die Vermittlung der neuen (Miet-)Wohnung an, können Unternehmer sie erstatten – nicht jedoch, wenn sie für die Vermittlung eines Eigenheims in Rechnung gestellt werden. Vorsteuer können Unternehmer aus den Rechnungen für von ihnen übernommene Beträge dabei geltend machen. Auch weitere Kosten wie etwa für das Umschreiben der Papiere oder neue Elektrogeräte können Unternehmer ihren Mitarbeitern pauschal und lohnsteuerfrei abgelten. Dafür gelten diese Pauschalsätze:

  • 1.460 € für Verheiratete und
  • 730 € für Singles.
  • Für ledige Kinder und weitere Haushaltsangehörige erhöht sich der jeweilige Satz um 322 € pro Person.

Gut geklei­det steigt auch die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Wer Außendienstlern, Fahrern oder gleich der ganzen Belegschaft Firmenkleidung spendiert und ihnen so Kosten spart, kann dies ebenfalls steuerbegünstigt tun. Die Vorgaben sind je nach Branche gesetzlich und auch tariflich höchst unterschiedlich geregelt. Steuerlich einwandfrei als Betriebsausgaben werten die Finanzämter nur, was Uniform ist, Uniformcharakter hat oder als Sicherheits- oder Hygieneschutzkleidung dient. Die Finanzämter akzeptieren meistens auch Blaumann oder den weißen Kittel für das medizinische Personal. Doch bei auch privat nutzbarer Kleidung wird es schwierig – selbst mit Aufdruck. Manche Finanzämter lassen die Kosten solcher Bekleidung gelten, sofern Unternehmer oder Angestellte sie im Spezialwarenhandel für Berufsbekleidung erworben haben – aber beileibe nicht immer. Die Regelungen hierfür sind komplex und die Praxis der Finanzämter höchst unterschiedlich. Der Steuerberater weiß Rat.

Ein gefüll­ter Ma­gen hebt die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Auch an Essen und Trinken ist mit Blick auf Zuschüsse zum Gehalt gedacht. Auch die können die Mitarbeitermotivation beträchtlich anheben – ebenso wie eine gute Kantine. Den Wert der erhaltenen Sachbezüge müssen Sie für Ihre Mitarbeiter als geldwerten Vorteil steuerlich ansetzen – und zwar von 2019 an in Höhe der dafür neu festgelegten Sachbezugswerte. Diese hat der Gesetzgeber auch dieses Jahr wieder an die Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Der Sachbezugswert für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten beträgt seit dem 1. Januar 2019 251 Euro pro Monat (2018: 246 Euro monatlich). Das sind pro Tag

  • 1,77 Euro für Frühstück und
  • je 3,30 Euro für Mittagessen und Abendessen.

Auch hierüber sollten Unternehmer mit ihrem Steuerberater sprechen – um nicht mit voreiligen Kürzungen der Zuschüsse etwa für Snacks die Mitarbeitermotivation noch unnötig zu untergraben.

Minijobber pro­fi­tier­en ex­tra – gut für die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­vation

Steuerfreie Extras in Form von Sachbezügen sind zwar für Gutverdiener dank des hohen Grenzsteuersatzes besonders attraktiv. Sie lohnen sich aber auch und gerade für Geringverdiener und Minijobber – schlicht, weil das steuerfreie Extra für sie wegen des niedrigen Gehalts prozentual schwerer wiegt. Für Minijobber gelten dieselben Regeln und Grenzwerte wie für Vollzeitkräfte – der Arbeitgeber kann ihnen so das Gehalt aufstocken, ohne den Minijobberstatus zu gefährden. Gerade für Unternehmer aus Branchen mit hohem Bedarf an Aushilfen wie beispielsweise der Gastronomie ist das interessant. Die steuerfreien Extras gefährden auch nicht den Minijobberstatus.

Für den Unternehmer ist diese vergleichsweise günstige Gehaltserhöhung bei Minijobbern wie auch Gutverdienern attraktiv: Die Kosten sind gering, sie sind als Betriebsausgabe ansetzbar und der Effekt auf die Mitarbeitermotivation ist groß.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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DER MONAT 04.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/04/01/der-monat-04-2019-ist-online/ Mon, 01 Apr 2019 16:00:24 +0000

DER MONAT ist der monatliche Newsdienst der HSP GRUPPE. Nach Veröffentlichung der Druckausgabe können Sie die aktuelle Ausgabe auch auf unserer Website online lesen.

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DER MONAT 04.2019 lesen
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Beim Fir­men­wa­gen sind recht­lich und steuer­lich viele De­tails zu be­­achten https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/03/15/beim-firmenwagen-sind-rechtlich-und-steuerlich-viele-details-zu-beachten/ Fri, 15 Mar 2019 16:00:44 +0000

Natürlich ver­ur­sacht ein Fir­men­wa­gen Kos­ten. Und manch­mal Ein­nah­men. Un­ter­neh­mer müs­sen mit dem Steuer­be­ra­ter klä­ren, was wie zu be­han­deln ist. Das gilt et­wa für Nut­zungs­aus­fall nach ei­nem Un­fall. Auch wich­tig: Re­ge­lun­gen zur Pri­vat­nut­zung von Dienst­wa­gen durch Mit­ar­bei­ter und ei­ne Voll­kas­ko­versicherung.

Text: Frank Wiercks


Verursacht ein Firmenwagen Kosten, so sind das Betriebsausgaben. Klar, denn vom Kaufpreis über Steuer und Versicherung bis zu Aufwendungen für Betrieb und Reparaturen fallen diese Ausgaben an, weil das Auto zum Betriebsvermögen zählt und sein Einsatz einem geschäftlichen Zweck dient. In drei Fällen allerdings erzielt ein Selbstständiger mit seinem Firmenwagen direkte Einnahmen. Einmal – logisch – beim Verkauf. Dann – das sollte jedem bekannt sein – über den privaten Nutzungsanteil in seiner Steuererklärung. Der lässt sich nach der Ein-Prozent-Regelung oder durch Führen eines Fahrtenbuchs ermitteln. Und schließlich – das dürfte vielen noch nicht Betroffenen neu sein – nach einem Unfall. Zahlt die Kfz-Versicherung des Unfallgegners für die Dauer der Instandsetzung einen Nutzungsausfall, gilt der als Betriebseinnahme. So urteilte der Bundesfinanzhof (BFH) im Fall eines Gewerbetreibenden, der 1.210 Euro Nutzungsausfall in seiner Einnahmen-Überschuss-Rechnung nicht berücksichtigt hatte.

Oft ent­ste­hen bei den Fir­men­wa­gen Kos­ten durch Unfälle

Nutzen Angestellte ein auf den Betrieb zugelassenes Fahrzeug, ist das Thema aber breiter zu denken, gerade mit Blick auf selbstverschuldete Unfälle. Dienstfahrten brauchen klare Regeln. So kann nicht nur Selbstverständliches bestätigt werden, wie das Verbot von Alkohol am Steuer. Sondern es sollte auch vorgeschrieben werden, dass etwa zur Unfallaufnahme stets die Polizei zu rufen ist. Rein finanziell dürfen die Regelungen dem Mitarbeiter aber nicht zu viel Verantwortung zuweisen, wenn ein Unfall passiert. Er muss laut Bundesarbeitsgericht (BAG) weder für leicht fahrlässig verursachte Schäden einstehen noch normal fahrlässig verursachte Schäden allein tragen. Für Unfallkosten während einer dienstlich veranlassten Fahrt privilegieren ihn die Grundsätze des „innerbetrieblichen Schadensausgleichs“. Der Mitarbeiter zahlt bei leichter Fahrlässigkeit nichts. Bei mittlerer Fahrlässigkeit teilt er die Kosten mit dem Arbeitgeber. Nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz ist er allein in der Pflicht – und auch bei Privatfahrten mit einem Firmenwagen ohne Genehmigung.

Private Nut­zung des Dienst­wa­gens schrift­lich definieren

Komplizierter ist die Sache bei dem, was gemeinhin als Dienstwagen gilt: Der zur beruflichen und privaten Nutzung überlassene Pkw als Gehaltsbestandteil. Passiert bei einer Privatfahrt ein Unfall, nehmen manche Gerichte den Fahrer in die Pflicht, andere nicht. In einem Fall entschied das Landesarbeitsgericht Köln auf volle Haftung des Arbeitnehmers. In einem anderen meinte das Hessische Landesarbeitsgericht, der Arbeitgeber verpflichte sich durch die Erlaubnis von Privatfahrten und die Versteuerung des geldwerten Vorteils stillschweigend zur Übernahme privater Unfallkosten. Deshalb sollten Unternehmer beim Anwalt zwei Regelungen für Firmenwagen bestellen: eine mit Vorgaben für geschäftliche Fahrten, die für jeden gilt, bis zum Lehrling. Und eine für Mitarbeiter, die ihren Dienstwagen privat nutzen dürfen. Hier lässt sich auch festschreiben, wer ans Steuer darf, ob Abstecher ins Ausland erlaubt sind und in welchem Umfang der Mitarbeiter die Kosten trägt. Das schafft klare Verhältnisse für den Fall, dass es zum Unfall und zum Streit ums Geld kommt.

Beim Fir­men­wa­gen Kos­ten durch ei­ne Re­ge­lung klar verteilen

Eine Vereinbarung zur privaten Nutzung des Dienstwagens kann etwa das Thema Versicherung regeln. Empfehlenswert ist natürlich stets eine Vollkasko-Police. Dann lässt sich vereinbaren, ob der Mitarbeiter hier seinen persönlichen Schadensfreiheitsrabatt einbringt, um die Kosten zu senken. Für den Fall eines Schadens sollte geklärt werden, ob beziehungsweise in welcher Höhe der Mitarbeiter bei Fahrlässigkeit für Beitragserhöhungen einzustehen hat. So etwas sollte genau mit dem Anwalt besprochen werden. Manche Unternehmer wählen auch den Weg, Dienstwagenfahrer über einen prozentualen Anteil an den Betriebskosten zu beteiligen und dies mit dem geldwerten Vorteil zu verrechnen. So würden die Kosten aus einem Unfall stets in gewissem Maße auf den Verursacher abgewälzt. Solche Modelle müssen aber mit dem Steuerberater genau durchgerechnet und vom Anwalt wasserdicht formuliert sein.

Ohne Voll­kas­ko­ droht Steu­er durch einen gel­dwer­ten Vorteil

Steuerlich relevant sind aus Sicht des Mitarbeiters nach einem selbstverschuldeten Unfall bei einer Privatfahrt auch die Reparaturkosten. Häufig übernimmt der Chef die Instandsetzung beziehungsweise Selbstbeteiligung – er will Dienstwagenfahrer motiviert halten und kann die Kosten als Betriebsausgabe ansetzen. Doch Reparaturkosten zählen grundsätzlich nicht zu den Gesamtkosten des Firmenwagens, fallen also nicht unter die Ein-Prozent-Methode. Trägt der Mitarbeiter sie nicht, entsteht ein geldwerter Vorteil in Form nicht eingeforderter Selbstbeteiligung oder Reparaturkosten, die der Chef erlässt. Eine Versteuerung lässt sich aber vermeiden, wenn der Firmenwagen mit bis zu 1.000 Euro Selbstbeteiligung vollkaskoversichert ist. Denn der Unternehmer darf pro Schaden nach Erstattung von Dritten kleine Unfallkosten bis zu 1.000 Euro ohne Umsatzsteuer als Reparaturkosten in die Gesamtkosten einbeziehen. Das heißt: Die Vollkaskoversicherung zahlt die Reparatur. Sie fordert vom Unternehmer 1.000 Euro Selbstbeteiligung. Der deklariert das als Teil der Gesamtkosten. Und der Dienstwagenfahrer zahlt nichts. Noch ein Thema für das Gespräch mit dem Steuerberater.


Bei Fragen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Herausgeber: DATEV eG, Nürnberg

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DER MONAT 03.2019 ist online https://www.hsp-steuerberater-reiskirchen.de/2019/03/04/der-monat-03-2019-ist-online/ Mon, 04 Mar 2019 08:00:23 +0000

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